Demokratische Alternative
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Was ist die Idee hinter der Initiative "barriereFREI+"? 


Da ich selbst als blind eingestuft bin, habe ich Erfahrungen gemacht, die mich nachdenken ließen! 


Seit 2006 ist das "Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz" in Kraft. Begriffe wie "Barrierefreiheit" oder "behindertengerecht", werden in der breiten Öffentlichkeit täglich verwendet. Wenn man aber als Betroffener genauer hinsieht, muss man oft erkennen, dass diese Begriffe pauschal, undifferenziert und irreführend eingesetzt werden. So findet man diese Begriffe auf Homepages von Gebäudebetreibern oder als Slogans von Firmen im Handel, usw., muss aber dann oft vor Ort feststellen, dass es für die eigene spezifische Behinderung keine, nur wenige oder nicht ineinander greifende Hilfssysteme gibt. Ja dass es überhaupt wenig Bewusstsein dafür gibt, was überhaupt für verschiedene Behinderungen eine Barriere darstellt (schlechte Beleuchtung, kontrastlose Beschriftungen, sowie weitere je nach Behinderungsart unterschiedliche). 

 

Bei Versuchen, auf diese undifferenzierte und irreführende Benutzung der Begriffe hinzuweisen bekam ich in diversen Kontakten meistens den Hinweis auf die gesetzten Maßnahmen wie Hebebühnen für Rollstühle, Rampen oder breitere Kassendurchgänge usw. - also im Grunde fast immer Hinweise auf Systeme, die rein für Rollstuhlfahrer hilfreich sind, und die Ansicht, dass damit "Barrierefreiheit" hergestellt wäre. Aber Barrieren sind bei jeder Behinderungsart etwas anderes.


Die Idee soll zwei Punkte umfassen, welche Betroffene gemeinsam mit uns einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln sollen:

 

1. In welcher Art Begriffe wie "barrierefrei" und "behindertengerecht" eingesetzt werden:


Ein allgemeines Bewusstsein zu schaffen, dass die Begriffe "barrierefrei" und "behindertengerecht" bei Verwendung differenziert angewendet werden und nicht pauschal gelten, sobald für eine einzelne Gruppe von behinderten Menschen ein Hilfssystem vorhanden ist. Also ein Bewusstsein für eine genauere und differenzierte Benutzung dieser Begriffe.

 

2. Praktische Umsetzung einer Kennzeichung für öffentlich zugängige Gebäude:

 

Hier geht es um ein konkretes System, wie öffentlich zugängige Gebäude (Ämter, Behörden, Krankenhäuser, Bahnhöfe, große Einkaufszentren etc.) über eine vorab ersichtliche Kennzeichnung verfügen sollen, die behinderten Menschen die für ihre spezifische Behinderung vorhandenen Hilfssysteme anzeigt. Eine vorab verfügbare Informationsmöglichkeit, denn Menschen mit Behinderung sind gewohnt sich zu arrangieren, Begleitpersonen zu organisieren oder sich vorbereitend auf die gegebenen Umstände einzurichten. 


Dies ist aber nur dann möglich, wenn eine Vorab-Information besteht: Ideen hierzu sind z.B. dass auf Homepages nähere Informationen zu vorhandenen Hilfssystemen hinterlegt sind, welche durch direkten Link bei den Begriffen "barriefrei" oder "behindertengerecht" zu erreichen sind, oder auch eine Plakette, die vor dem Betreten eines Gebäudes darüber informiert, welche Hilfssysteme für die spezifischen Behinderungen vorhanden sind.


Natürlich wäre es sehr wünschenswert, wenn eine große Zahl von öffentlich zugängigen Gebäuden mit der optimalen Menge an Hilfssystemen für Menschen mit Behinderung versorgt wäre. Davor wäre aber schon ein differenziertes Wahrnehmen der Begriffe von großer Hilfe und ein Vorab-Informationssystem von großem Nutzen!


Hierzu suchen wir Menschen, die mit Ideen und konstruktiven Vorschlägen an den Grundlagen für diese Initiative mitwirken möchten, die ein breites Spektrum der verschiedenen Gruppen von Menschen mit Behinderung abbilden, um möglichst jeder Behinderungsgruppe optimal gerecht zu werden!

 

Ansprechpartner:


Gerhard Hämmerle (stv. Vorstandsvorsitzender der DA) 
Tel.: +43(0) 676 4991701

Mail: da-noe-haemmerle@kstp.at 


www.demokratische-alternative.org
www.facebook.com/demokratischealternativenoe

 

Mitwirkende beim Grundsatzprogramm erwünscht!
Thema: Menschen mit Behinderung

 

Als betroffene Person werde ich mich in unserem Grundsatzprogramm um das Thema "Menschen mit Behinderung" kümmern. Da aber auch ich nur einzelne Erfahrungen habe würden wir uns freuen, wenn sich weitere Personen melden: Betroffene, Angehörige oder Menschen, die in diesem Themenbereich arbeiten.

 

Ausgehend von dem bereits vorhandenen "Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz", möchten wir mit Euch sehen, wo noch Verbesserungen nötig sind, Adaptionen oder Erweiterungen Sinn machen!

 

Wir freuen uns auf Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen, die diese in unser Grundsatzprogramm einfließen lassen möchten.

 

 

E-Fahrzeuge im Straßenverkehr mit Sehbinderten

 

Worum geht es?

 

Elektro‐Fahrzeuge ohne akustisches System stellen aufgrund ihrer fast lautlosen Fahrweise eine Gefährdung für sehbehinderte Menschen dar.

 

 

Was war der Auslöser?

 

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen durch die Österreichische Post AG.

 

 

Wie ist die Position der DA dazu?

 

Elektrofahrzeuge und andere geräuschlose Kraftfahrzeuge müssen für Sehbehinderte mit einem entsprechenden akustischen System ausgestattet werden, das den Fahrbetrieb anzeugt.

 

 

Was hat die DA unternommen?

 

Es wurde ein Offener Brief an die Österreichische Post AG verfasst. (9.10.2019)

 

 

Wie ist der weitere Verlauf?

 

Die Österreichische Post AG hat mit folgendem Mail reagiert (31.10.2019):

 

Sehr geehrter Herr Hämmerle,

 

für die Übermittlung Ihres Schreibens betreffend akustisches Signal bei Elektro-Fahrzeugen darf ich mich herzlich bedanken und im Namen der Österreichischen Post AG gerne antworten.

 

Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, sieht eine entsprechende EU-Verordnung ein akustisches Warnsystem (AVAS – Acoustic Vehicle Alerting System) für Hybridelektro- und reine Elektrofahrzeuge vor, die ab dem 1. Juli 2019 typisiert worden sind. Für jene Elektro-Autos, die bereits davor zugelassen wurden und das System nicht verbaut haben, ist keine verpflichtende Nachrüstung erforderlich. Erfreulicherweise gibt es einige Hersteller, die auf freiwilliger Basis auch ältere Fahrzeuge mit einem Warnsystem ausstatten.

 

Was den Fuhrpark der Post betrifft, so sind in den mehrspurigen Zustellfahrzeugen (PKW und Klein-LKW) Signaleinrichtungen bereits fast vollständig verbaut. Der restliche Anteil kann nachgerüstet werden, was seitens der Hersteller auch angeboten wird. Die einspurigen Fahrzeuge hingegen verfügen noch über kein Warnsystem, da durch die Produzenten bis dato keine Maßnahmen getroffen wurden.

 

Selbstverständlich entspricht die Post damit voll und ganz den Vorgaben des Gesetzgebers. Aufgrund der rechtlichen Bestimmungen ist davon auszugehen, dass mittelfristig Elektro-Fahrzeuge  flächendeckend mit akustischen Warnsystemen ausgestattet sein werden.

 

Ich bedanke mich für Ihr Engagement und Interesse in dieser wichtigen Angelegenheit und hoffe, Ihnen mit dieser Antwort gedient zu haben.

 

Mit besten Grüßen,

Mag. Christian Jäger

Public Affairs

 

Österreichische Post AG

Unternehmenskommunikation

 

 

Wie ist der Stand der Dinge?

 

Siehe oben.

 

 

Was können SIE dazu tun?

 

Halten Sie bitte auch in Ihrem eigenen Bereich die Augen zu dieser Thematik offen und machen Sie Hersteller bzw. (vor allem gewerbliche) Nutzer von Elektrofahrzeugen auf die Problematik aufmerksam oder stellen Sie diesbezüglich eine Verbindungen zu uns her, falls wir diesbezüglich tätig werden sollen. Wie überall gilt: Nur GEMEINSAM sind wir stark!

 

 

Wie ist IHRE Meinung dazu? 

 

Geben Sie uns bitte Ihr Feedback (via Kontaktformular oder Mail)!

 

 

Dokumente und Links: 

 

Sind vollständig im obigen Text enthalten - hier zum Nachlesen separat der Offene Brief der DA:

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